Napoli gibt auch Lucca wieder ab – Kurioses Modell bei Giovane

Wie Lang nach nur 6 Monaten 

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Nach Außenstürmer Noa Lang (26, zu Galatasaray – Transfermarkt berichtete) gibt der italienische Meister SSC Neapel einen weiteren Angreifer schon wieder ab, der erst im Sommer verpflichtet wurde. Lorenzo Lucca steht unmittelbar vor einem Wechsel zu Nottingham Forest. Der 25 Jahre alte Mittelstürmer ist bereits nach England gereist, um den Medizincheck zu absolvieren. Im Anschluss steht eine Leihe mit Kaufoption an. Zuvor verpflichtet die SSC den fünffachen italienischen Nationalspieler noch fest von Udinese Calcio.

Von dort aus war Lucca im Sommer leihweise und mit einer Kaufpflicht, die an sportliche Bedingungen geknüpft ist, nach Neapel gewechselt. Die Leihgebühr hatte es mit 9 Millionen Euro bereits in sich – wie auch die nun zu zahlende Summe von 26 Mio. Euro. Weitere 5 Mio. Euro durch Boni können noch dazukommen. In Summe avanciert Lucca, der in 23 Partien unter Antonio Conte – meist als Joker – nur auf zwei Tore kommt, zu einem der teuersten Zugänge der Klubgeschichte.

Zieht Nottingham die vereinbarte Kaufoption, kann ein Transferverlust aber sogar vermieden werden. Wie schon bei Lang, der im Sommer für 25 Mio. Euro von der PSV kam und nun für 2 Mio. Euro vorübergehend zu Galatasaray geht und in sechs Monaten für 30 Mio. Euro fest wechseln kann. Nach 2 Mio. Euro Leihgebühr ist Lucca im Sommer für kolportierte 35 Mio. Euro per Option zu haben. Auch bei den Tricky Trees würde er sich dann weit oben einsortieren, wenn es um die teuersten Zugänge der Vereinshistorie geht. Mitunter ist gar von 40 Mio. Euro im Gesamtpaket zu lesen.

Transferstrafe: SSC Neapel wird bei Giovane kreativ

Einen Ersatz für Lucca hat Napoli schon an der Angel: Mit Hellas Verona herrscht Einigkeit über den Wechsel von Giovane. Beim Transfermodell für den 22-jährigen Brasilianer wird es dann kurios: 2 Mio. Euro feste Ablöse sollen fließen, satte 18 Mio. Euro in Boni sind vereinbart. Der Hintergrund hat mit den Transferregeln der Serie A zu tun. Diese hatten erst im Sommer zu einer Spielermeldesperre für Lazio Rom für das komplette Transferfenster gesorgt.

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„Napoli hat einige Parameter der internen Financial-Fair-Play-Regeln der Liga nicht eingehalten und darf daher nur im Rahmen eines ‚Saldo Zero‘-Transferfensters agieren“, erklärt Jatin Dietl, Area Manager Italien bei Transfermarkt. „Das bedeutet, dass alle Investitionen vollständig durch Einnahmen aus Spielerverkäufen gedeckt sein müssen. Luccas Ablöse zählt da nicht rein, da diese im Rahmen der Kaufpflicht schon im Sommer einkalkuliert wurde.“ 2 Mio. Euro für Lucca und 2 Mio. Euro für Lang haben die Neapolitaner sicher, diese können in Giovane reinvestiert werden. Daneben soll eigentlich auch noch ein Ersatz für den Niederländer kommen.

Trotz einer veritablen Feindschaft zwischen den Fans waren sich Hellas und die SSC in den vergangenen Jahren mehrfach bei Transfers einig geworden: Cyril Ngonge (25) und Giovanni Simeone (30, beide mittlerweile FC Turin) kamen 2023/24 für zusammen 32 Mio. Euro an den Vesuv, Amir Rrahmani (31) kostete 2019/20 15,3 Mio. Euro. Ob die Fankurve gegen den Giovane-Verkauf zu diesem Modell protestieren wird, ist offen. Immerhin verliert Verona nun mitten im Abstiegskampf seinen zweittorgefährlichsten Spieler nach Ex-Hoffenheimer Gift Orban (23). Giovane kam im Sommer ablösefrei von Corinthians in seiner Heimat und markierte seitdem drei Tore und vier Vorlagen in 23 Spielen. Seinen Marktwert steigerte er im Dezember auf 12 Mio. Euro.

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